Passivieren

Bei der Passivierung wird gezielt eine Schutzschicht auf einem metallischen Werkstoff erzeugt, die die Korrosion verhindern, bzw. stark verzögern soll. Sie gehört zu den möglichen Oberflächenbehandlungen im Feinguss, MIM, Sintern und Gesenkschmieden.

Unter Passivierung versteht man in der Oberflächentechnik die spontane Entstehung oder gezielte Erzeugung einer nichtmetallischen Schutzschicht auf einem metallischen Werkstoff, welche die Korrosion des Grundwerkstoffes verhindert oder stark verlangsamt.

Das bekannteste Beispiel, bei dem es nicht zur spontanen Passivierung kommt, ist gewöhnlicher Stahl. Die Korrosionsschicht – der Rost – besteht aus einer schnell anwachsenden Oxidschicht, welche das weitere Fortschreiten der Korrosion nicht verlangsamt und die Korrosionsbeständigkeit nicht verändert.

Passivierungsverfahren:

Bei manchen Metallen ist es sinnvoll, die Entstehung einer Passivschicht nicht dem Zufall zu überlassen, sondern die Passivierungsschicht durch ein definiertes Verfahren technisch zu erzeugen. Ein solches Beispiel ist Aluminium, man spricht in diesem Fall aber nicht von Passivierung sondern von Eloxieren.

Bei Magnesium, Silber, Zink und Cadmium lässt sich durch das Verfahren der Chromatierung eine Passivierungsschicht erzeugen, welche neben dem verbesserten Korrosionsschutz auch als Haftgrund für nachfolgende Verfahrensschritte, als Anlaufschutz (Silber), als Schutz gegen Fingerabdrücke oder zur Veränderung des Aussehens (Glanz, Farbton) dienen kann.

Eine große technische Bedeutung hat die Chromatierung von Zinkschichten erlangt. Die so erzeugte Passivierungsschicht kann die Korrosion des Zinks (Weißrost) sehr lange hinauszögern. Die Chromatschichten können je nach Verfahren die Farben (schwach)blau, gelb, schwarz, oliv oder transparent haben. Je nach Verfahren können die Chromatschichten giftiges Chrom(VI) enthalten. In den letzten Jahren wurden auch Chrom(VI) freie Chromatierungen entwickelt, welche aber z.T. nicht die gleiche Korrosionsbeständigkeit erreichen, wie die Chrom(VI) haltigen Verfahren. Durch die neue Gesetzgebung in der EU ist die Passivierung mit Chrom(VI) für die Anwendung im Automobilbau und bei Hausgeräten verboten worden.

Das relativ neue Verfahren der Dickschichtpassivierung von Zinkschichten verbindet die Vorteile der Chrom(VI)-Freiheit und einer guten bis sehr guten Korrosionsbeständigkeit.

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